Das Steiss- und Kreuzbein

Kreuz-/Steissbein von vorn
Aus: Huch/Bauer: Mensch Körper Krankheit, 4.Aufl., 2003 Urban + Fischer Verlag, München, Jena

Das Kreuzbein

Das Kreuzbein (Os sacrum) besteht aus fünf miteinander verschmolzenen Wirbeln (S1-S5) und hat von oben nach unten und von vorn nach hinten die Form eines Keils. Die Verwachsung der Wirbel beginnt zwischen dem 16. und 18. Lebensjahr und ist im Normalfall mit dem 25. Lebensjahr abgeschlossen. Das Kreuzbein ist damit ein abgeplatteter dreieckiger Knochen und bildet den Grossteil der hinteren Beckenwand und ist mit den Hüftknochen über das fast unbewegliche Sakroilialgelenk verbunden (Gelenkflächen Facies auricularis auf beiden Seiten des Kreuzbeins). Die Gelenkfläche des Lumbosakralgelenks (Basis ossis sacri) ist nach oben und etwas nach vorn gegen die Bauchregion gerichtet und ist glatt und oval, damit darauf die lumbosakrale Zwischenwirbelscheibe (Bandscheibe) befestigt werden kann. Der weit vorspringende Vorderrand heisst Promontorium. Wie die meisten Teile der Kreuzwirbel sind auch die Gelenkfortsätze miteinander verschmolzen.

Kreuz-/Steissbein von hinten
Aus: Huch/Bauer: Mensch Körper Krankheit, 4.Aufl., 2003 Urban + Fischer Verlag, München, Jena


Lediglich die Gelenkflächen des Processus articularis superios sind am ersten  Kreuzbeinwirbel erhalten und bilden das Gegenstück zu den unteren Gelenkfortsätzen des 5. Lenden- wirbels. Die Gelenkflächen sind dabei nach oben gerichtet, abgeplattet und weisen fast gerade nach hinten. Damit ist es unmöglich, dass der 5. Lendenwirbel am abgewinkelten Übergang von Lendenwirbelsäule zum Kreuzbein verrenkt (subluxieren) werden kann. Am unteren Ende des Kreuzbeins findet man die Gelenkfläche (Apex ossis sacri), welche mit dem Steissbein korrespondiert. An der Vorderseite des Kreuzbeins (Facies pelvca) sieht man an den Leisten (Linea transversae) die Verwachsungen der fünf Wirbelkörper. An beiden Seiten dieser Leisten findet man vier “Löcher”, die sogenannten Foramina sacralia anteriora. Diese ermöglichen den vorderen Ästen der vier Kreuzbeinnerven und ihrer Begleitgefäße den Durchtritt durch das Kreuzbein. An der konvexen Hinterseite des Kreuzbeins (Facies dorsalis) sind unregelmässig verlaufende Leisten zu finden: Cristae sacralis mediana, sacrales intermediae und laterales. Das sind die miteinander verschmolzenen Dorn-, Quer- und Gelenkfortsätze. Für den Austritt der hinteren Äste der oberen vier Kreuzbeinnerven sind die vier Foramina sacralia posteriora vorgesehen. An den Bogenplatten - das ist das Areal zwischen Cristae sacralis mediana und Cristae sacralis intermediae - des 5. manchmal auch des 4. Kreuzbeinwirbels ist die Verschmelzung ausgeblieben und es ist ein Hiatus sacralis ausgebildet worden. Dieser wird dann für die Sakralanästhesie benutzt. Der Hiatus wird beidseits vom Cornu sacralis als Rest des unteren Gelenkfortsatzes begrenzt und von den kleinen 5. Kreuzbein- sowie den Steissbeinnerven als Durchtritt benutzt. Der Kreuzbeinkanal (Canalis vertebralis) schützt das Ende des Rückenmark. Ungefähr in Höhe des 2. Kreuzwirbels endet Dura, Arachnoidea und Subarachnoidalraum. Zwischen der Duras Mater und den Wänden des Wirbelkanals verlaufen kleine Arterien und Nerven.

 

Das Steissbein

Das kleine dreieckige Steissbein (Os coccygis) ist durch Verschmelzung von meist vier rudimentären Schwanzwirbeln entstanden. An seiner Basis artikuliert es mit dem Apex ossi sacri des Kreuzbeins. Seine eigene Spitze ist nicht mehr als ein knopfförmiges Knochenstück. Das Steissbein bietet kaum Merkmale eines typischen Wirbels. Lediglich am ersten Steissbeinwirbels sind ein kleiner Processus transerversus und beidseits eine hornförmige Wucherung (Cornu coccygeum) vorhanden, das manchmal so lang ist, dass es ein Gelenk mit dem Cornu sacrale bildet.

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