{"id":117,"date":"2023-03-21T21:38:20","date_gmt":"2023-03-21T20:38:20","guid":{"rendered":"https:\/\/montazem.de\/wordpress\/?page_id=117"},"modified":"2023-03-21T21:40:39","modified_gmt":"2023-03-21T20:40:39","slug":"das-scleudertrauma","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/montazem.de\/wordpress\/index.php\/das-scleudertrauma\/","title":{"rendered":"Das Scleudertrauma"},"content":{"rendered":"\n<p>In der industrialisierten Welt, in der wir heute leben, passieren sehr viele Unf\u00e4lle, teils durch stark aufkommenden Verkehr, teilweise durch die mechanisierte Arbeitswelt. Durch einen Unfall k\u00f6nnen nat\u00fcrlich sowohl Verletzungen der Knochen, Wirbelk\u00f6rper oder Wirbelteile entstehen, es kann aber auch zu einem B\u00e4nderriss, B\u00e4nder\u00fcberdehnung mit entsprechenden Folgeerscheinungen kommen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"447\" height=\"225\" src=\"https:\/\/montazem.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/schleudertrauma1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-119\" srcset=\"https:\/\/montazem.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/schleudertrauma1.jpg 447w, https:\/\/montazem.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/schleudertrauma1-300x151.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 447px) 100vw, 447px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Schleudertrauma bei einem Auffahrunfall<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Die wohl bekannteste und auch umstrittenste Verletzung ist die des <strong>Schleudertraumas, <\/strong>der Mediziner sagt dazu&nbsp; HWS-Distorsion. Der Begriff \u201cSchleudertrauma\u201d ist&nbsp; die nicht gerade gut gelungene \u00dcbersetzung des englischen \u201cwhiplash injury\u201d. Eigentlich m\u00fcsste es \u201cPeitschenhiebunfall\u201d heissen. Eigentlich heisst das, dass damit kein Kopfaufprall verbunden ist. Aber durch die beispielsweise modernen Autotechnik (Kopfst\u00fctzen)&nbsp; findet meist ein Kopfaufprall statt. Die Aufprallkr\u00e4fte m\u00fcssen nicht unbedingt \u00e4ussere Verletzungen am Kopf hinterlassen, es f\u00fchrt vielmehr zu geschlos- senen Hirnverletzungen. Bei t\u00f6dlichen F\u00e4llen, was selten vorkommt, findet man bei der Obduktion gr\u00f6ssere Kopfschwartenblu- tungen obwohl von aussen keinerlei Verletzungen zu sehen sind. Ein Schleudertrauma durch einen Heckaufprallunfall mit geschlossener Hirnverletzung ist dann kein reines Schleudertrauma. Aber auch bei einem reinen Schleudertrauma ohne Kopfanprall kann es zu zerebralen Verletzungen kommen. Das konnte Ommaya et al. 1968 in einem Affenexperiment nachweisen.<br>Ein Schleudertrauma ist also eine \u201cHWS-Distorsion mit oder ohne zerebraler Beteiligung\u201d.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"312\" height=\"416\" src=\"https:\/\/montazem.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/untersuchung.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-120\" srcset=\"https:\/\/montazem.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/untersuchung.jpg 312w, https:\/\/montazem.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/untersuchung-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 312px) 100vw, 312px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Laut der Quebec Task Force on Whiplash-Assosiciated Disorders (Spitzer et al. 1995) sind f\u00fcr ein Schleudertrauma periphere Beschwerden, wie Nackenschmerzen und Nackensteifigkeit, sowie zerebrale Beschwerden, wie Kopfschmerzen, Schwindelgef\u00fchl, Geh\u00f6rst\u00f6rungen, Ohrger\u00e4uschen (Tinnitus), Konzentrations- und Ged\u00e4chtnisst\u00f6rungen, Schluckst\u00f6rungen und temporomandibul\u00e4ren Dysfunktionen (Funktionsst\u00f6rungen im Unterkieferbereich beim \u00dcbergang zur Schl\u00e4fe) symptomatisch. Auch Flimmersehen oder Verschwommensehen treten h\u00e4ufig auf. Diese Symptome treten mit einer charakteristischen Latenzzeit (Verz\u00f6- gerung) von 0 bis 72 Stunden auf.&nbsp; Die genannten zerebralen Symptome sind massgeblich, um eine Erkrankung zu chronifizieren. Leider l\u00f6sen eben diese Symptome bei der Beurteilung des Zusammenhangs mit dem&nbsp; Unfall (Kausalit\u00e4t) heftigste Kontroversen unter Medizinern aus.<br>Ein Schleudertrauma kann fast \u00fcberall entstehen: Bei Unf\u00e4llen im Verkehr, beim Sport oder bei der Arbeit. Ja es kann sogar beim Skifahren oder im Flugzeug entstehen, wobei man nat\u00fcrlich sagen muss, dass Autounf\u00e4lle die mit Abstand h\u00e4ufigste Ursache eines Schleudertraumas sind.<br>Entscheidend f\u00fcr das Auftreten eines Schleudertaumas ist nicht der <strong>Ort<\/strong> sondern der <strong>Unfallmechanismus<\/strong>, das heisst, der K\u00f6rper muss eine Peitschenhiebbewegung ausf\u00fchren. Wie genau eine solche Peitschenhieb- bewegung bei einem Auffahrunfall abl\u00e4uft,&nbsp; finden Sie im <a href=\"file:\/\/\/C:\/Dokumente\/Business\/monti\/MONTI_ALT\/deutsch\/html\/schleudertraumasequenz.html\">Unterkapitel<\/a>.<br>Der \u00fcbliche diagnostische Weg bei einem HWS-Schleudertrauma ist im nebenstehenden Schaubild zu sehen und in der einschl\u00e4gigen Fachliteratur nachzulesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt allerdings Untersuchungen, die im Allgemeinen in der Notaufnahmen der Krankenh\u00e4user weniger bekannt sind :<br>Zum einen fehlt meist die Feststellung des <strong>Zustands des Gehirns<\/strong>, obwohl ein Auftreten der oben beschriebenen Symptome auf eine Sch\u00e4digung hindeuten. Zum anderen fehlt die <strong>Untersuchung des Kopf-Hals-\u00dcbergangs.<br><\/strong>Und auch das n\u00e4chste Problem tritt hier zu Tage : Die eventuellen Verletzungen von Gehirn, Kopf-Hals-\u00dcbergang und auch des Kieferbereiches (siehe oben) fordert eine interdisziplin\u00e4re Behandlung. An der Erstellung der Diagnose und der entsprechenden Behandlung m\u00fcssten also je nach Schwere des Falls Fach\u00e4rzte der Orthoop\u00e4die, der Neurologie, der HNO-Kunde, der Kieferchirurgie und der Neurochirurgie zusammenarbeiten. Meist wird ein Schleudertrauma nur aus der Sicht eines Orthop\u00e4den behandelt. Das mag bei leichten F\u00e4llen des Schleudertraumas ausreichen. Klingen aber die Beschwerden des Patienten nicht ab, so m\u00fcssten sofort Untersuchungen der oben genannten Fach\u00e4rzte zur Abkl\u00e4rung des Sachverhalts angeordnet werden. Und das bleibt meist aus, mit fatalen Folgen f\u00fcr den Patienten, so k\u00f6nnen unter Umst\u00e4nden irreparable Sch\u00e4den entstehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verletzung am Kopf-Hals-\u00dcbergang<\/h2>\n\n\n\n<p>Bei einem Peitschenhiebunfall kommt es zu einer \u00dcberdehnung&nbsp; der Halswirbels\u00e4ule. Doch nicht jeder \u201cPeitschenhieb\u201d&nbsp; erfolgt in exakter \u201cNickachse des Kopfes\u201d. Prallt man z. B. mit dem Auto mehr seitlich auf ein Hindernis, oder kollidieren Autos auf einer Kreuzung, so ist es durchaus m\u00f6glich, dass der Peitschenhieb etwas verschr\u00e4nkt zur normalen Nickachse ausgel\u00f6st wird und mit einer Art \u201cKopfsch\u00fctteln\u201d einhergeht. Es ist also durchaus m\u00f6glich, dass auch Verschr\u00e4nkungen in der HWS auftreten.<br>Und nicht nur das: Aus der <a href=\"file:\/\/\/C:\/Dokumente\/Business\/monti\/MONTI_ALT\/deutsch\/html\/halswirbelsaule.html\">Anatomie der HWS<\/a> wissen wir, dass die Halswirbels\u00e4ule ein Geflecht aus B\u00e4ndern und Arterien besitzt. Des weiteren gibt es eine gelenkige Verbindung (Kopfgelenk) zwischen Atlas (C1) und Axis (C2). Diese ist der beweglichste aber auch der instabilste Teil der Wirbels\u00e4ule. Der Dens ist eine Art \u201cSt\u00fctzpfeiler\u201d und verhindert die \u00dcberbeugung des Kopfes. Alle \u00fcbrigen Bewegungen, wie Kopfsch\u00fctteln, Nicken, Kopfdrehen usw. werden von den B\u00e4ndern und Kapseln gesichert. Bei einem Schleudertrauma erfolgte mitunter eine recht heftige und nicht bewusst steuerbare \u00dcberbeugung des Kopfes. Damit ist es m\u00f6glich, dass das Kopfgelenk bestehend aus Atlas und Axis mehr \u201caufgeklappt\u201d wird, als seine anatomischen Grenzen es erlauben. Genau dieses Aufklappen m\u00fcssen am Axis die drei B\u00e4nder <strong>Ligamenta alaria rechts <\/strong>und<strong> links<\/strong> und <strong>Ligamenta cruciforme <\/strong>sowie am Atlas das <strong>Membrana atlantooccipitalis anterior<\/strong> verhindern, und k\u00f6nnen nun dabei zumindest \u00fcberdehnt werden, aber auch an- oder durchreissen. Es gibt ein weiteres Band, das abnorm gedehnt werden oder reissen kann : das Ligamenta transversum. Diese Band h\u00e4lt den Dens davon ab, das R\u00fcckenmark zu ber\u00fchren.<br>Eine \u201ceinfache\u201d \u00dcberdehnung oder Verschr\u00e4nkung der HWS ist nach etwa sechs Wochen in der Regel ausgeheilt, eine B\u00e4nderverletzung nicht.<br>Und genau hier beginnt eine meiner Meinung nach unn\u00f6tige und mitunter heftige Diskussion unter den Medizinern, welche allzuoft zum Nachteil des Patienten gef\u00fchrt wird. Dieser wird von dem einen Arzt das eine h\u00f6ren und vom anderen wieder eine andere Meinung. Warum ?<br>Die Aufl\u00f6sung des R\u00e4tsels liegt in der genauen Untersuchung des Hals-Kopf-\u00dcbergangs des Patienten. Die einen Mediziner meinen, dass ein Schleudertrauma eher eine leichte Verletzung ist. Wenn eine Sch\u00e4digung der HWS vorl\u00e4ge, muss man diese auf den R\u00f6ntgenbildern sehen. Ist da keine, so ist es halt nur ein Schleudertrauma. Die anderen Mediziner stehen auf den Standpunkt, dass die HWS nicht nur im mittleren Bereich verletzt werden kann, es k\u00f6nnen auch das Kopfgelenk und\/oder die B\u00e4nder verletzt sein und das muss untersucht werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie kann man nun eine Verletzung am Hals-Kopf-\u00dcbergang feststellen ?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie Sie vielleicht schon bemerkt haben, ist die Diagnose und Therapie von Verletzungen am Kopf-Hals-\u00dcbergang mein Spezialgebiet, welches ich nun im folgenden etwas n\u00e4her erkl\u00e4ren m\u00f6chte.<br>Patienten mit einem HWS-Schleudertrauma, das nicht mit einer kn\u00f6chernen Verletzung oder Verletzung nervaler Strukturen einhergeht, haben das Problem, dass diese Patienten von Unfallchirurgen, Orthop\u00e4den etc. untersucht werden und f\u00fcr die Untersuchung normale R\u00f6ntgenaufnahmen angefertigt wurden. Diese Aufnahmen zeigen naturgem\u00e4ss keine Ver\u00e4nderungen der Halswirbel bzw. des betroffenen Abschnittes, da in der Regel eine statische Aufnahme durchgef\u00fchrt wird. Diese Situation gilt auch f\u00fcr die moderne Untersuchung, wie z.B. Computertomographie oder Kernspintomographie, weil es sich dabei nicht um funktionelle Untersuchungen handelt. Bei einem stillliegenden Patienten kann nat\u00fcrlich kein Riss der B\u00e4nder festgestellt werden. Es ist zu vergleichen mit einem Abriss der B\u00e4nder am Kniegelenk. Sind die Kniegelenksb\u00e4nder gerissen, ist der Patient nicht f\u00e4hig zu laufen. Allerdings ergeben die R\u00f6ntgenaufnahmen, die im Liegen durchgef\u00fchrt werden, keinen krankhaften Befund. Wenn das Knie und auch das ganze Bein von einem Neurologen untersucht werden w\u00fcrde, weil der Patient nicht laufen kann, w\u00e4ren auch hier keinerlei neurologischen Ver\u00e4nderungen zu erkennen. Wenn man allerdings eine gehaltene Aufnahme, also eine funktionelle Aufnahme von diesem Kniegelenk macht, kann sofort eine Fehlfunktion des Kniegelenkes, also die Vergr\u00f6sserung des Kniegelenkspalts in krankhafter Form festgestellt und dokumentiert werden. So kann man den R\u00fcckschluss ziehen, dass das Band am Kniegelenk oder am Sprunggelenk verletzt sein muss, sonst w\u00fcrde sich ja der Gelenkspalt nicht so weit aufspreizen lassen.<br>Ebenso kann man eine B\u00e4nderverletzung an der Halswirbels\u00e4ule nicht nachweisen, da die meisten angefertigten R\u00f6ntgen- und MRT-Aufnahmen nicht funktionell durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"292\" height=\"300\" src=\"https:\/\/montazem.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/r_kopf_seitlich.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-121\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">R\u00f6ntgenbild der seitlichen HWS<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"292\" height=\"292\" src=\"https:\/\/montazem.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/r_kopf_ap.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-122\" srcset=\"https:\/\/montazem.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/r_kopf_ap.jpg 292w, https:\/\/montazem.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/r_kopf_ap-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 292px) 100vw, 292px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">R\u00f6ntgenbild der HWS von vorn<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte Ihnen das an anonymisierten R\u00f6ntgenaufnahmen demonstrieren: Sie sehen hier R\u00f6ntgenaufnahmen, rechts eine R\u00f6ntgenaufnahme von vorn, links eine seitlich Aufnahme, die beide mit einem C-Arm-R\u00f6ntgenapparat aufgenommen wurden. Man sieht keinerlei Verletzung. Man kann sagen, dass es keine kn\u00f6cherne Verletzung gibt. Trotzdem hatte der Patient alle oben schon genannten Beschwerden:<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"268\" height=\"268\" src=\"https:\/\/montazem.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/r_funkt_0.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-123\" srcset=\"https:\/\/montazem.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/r_funkt_0.jpg 268w, https:\/\/montazem.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/r_funkt_0-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 268px) 100vw, 268px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">R\u00f6ntgenbild Dens von vorn in Funktion<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Kopfschmerzen, Nachlass des\u00a0 Ged\u00e4chtnisses, teilweise L\u00e4hmungserscheinungen, Kribbeln in den Armen oder\u00a0 Beinen, h\u00e4ufig Schwindelgef\u00fchle, Ohrenger\u00e4usche, St\u00f6rungen und Schmerzen im Bereich der Kiefergelenke, Ohren und Augen. Wir fertigen nun mit einem C-Arm-R\u00f6ntgenarm eine funktionelle Aufnahme von vorn durch den ge\u00f6ffneten Mund an. Dabei neigt man den Kopf etwas nach vorn und zur Seite. Das Bild sehen Sie rechts. Es ist keine kn\u00f6cherne Verletzung zu erkennen. Man sieht den Dens, das Markenzeichen des Axis, des zweiten Wirbels der HWS. Um den Dens liegt laut Anatomie der Atlas, der erste Wirbel. Im Bild darunter wurden die Umrisse der beiden Wirbel hervorgehoben. Und jetzt entdeckt man etwas Auff\u00e4lliges: Zwischen Dens und Atlas gibt es einen Hohlraum, wie <a href=\"http:\/\/halswirbel\">auf der Anatomieseit der HWS <\/a>beschrieben. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"268\" height=\"268\" src=\"https:\/\/montazem.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/r_funkt_1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-124\" srcset=\"https:\/\/montazem.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/r_funkt_1.jpg 268w, https:\/\/montazem.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/r_funkt_1-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 268px) 100vw, 268px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">R\u00f6ntgenbild Dens von vorn in Funktion<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Die B\u00e4nder an Axis und Atlas halten das Kopfgelenk so, dass immer ein gleichbleibend grosser Spalt zwischen Dens und Atlas besteht. Wenn man nun die betreffenden Stellen auf dem R\u00f6ntgenbild genauer ansieht, f\u00e4llt auf, dass die Spalten rechts und links des Dens unsymmetrisch sind ! Der linke Spalt ist breiter. \u00c4hnlich wie beim Kniegelenk kann man nun aus dieser Aufnahme schliessen, dass hier eine B\u00e4nderverletzung links vorliegt. Aufgrund des relativ breiten Spaltes links ist zu vermuten, dass das linke seitliche Band (Lig. alaria links) gerissen ist.<br>Das heisst, es liegt eine sogenannte Instabilit\u00e4t am craniocervikalen \u00dcbergang vor, welche die oben schon genannten Beschwerden verursacht. Diese Diagnose kann man nat\u00fcrlich noch durch ein Funktions-MRT oder -CT erh\u00e4rten.<br>Hier kann eine <a href=\"file:\/\/\/C:\/Dokumente\/Business\/monti\/MONTI_ALT\/deutsch\/html\/operationsfrage.html\">ad\u00e4quate Operation zur Stabilisierung<\/a> helfen. Bei Patienten mit einer Instabilit\u00e4t am Kopf-Hals-\u00dcbergang\u00a0 bestehen h\u00e4ufig die schon erw\u00e4hnten Symptome wie Kopfschmerzen, Nachlass des Ged\u00e4chtnisses, teilweise L\u00e4hmungserscheinungen, Kribbeln in den Armen oder Beinen, h\u00e4ufig Schwindelgef\u00fchle, Ohrenger\u00e4usche, St\u00f6rungen und Schmerzen im\u00a0 Bereich der Kiefergelenke, Ohren und Augen. Diese Symptome erh\u00e4rten den Verdacht auf eine Gef\u00fcgeinstabilit\u00e4t des Kopf-Hals-\u00dcbergangs. Um diese Symptome besser bewerten zu k\u00f6nnen, haben wir ein <a href=\"file:\/\/\/C:\/Dokumente\/Business\/monti\/MONTI_ALT\/deutsch\/html\/patientenformular.html\">Formular<\/a> entwickelt, in dem der Patient seine Beschwerden beschreiben kann. Damit ist es mir auch m\u00f6glich Ver\u00e4nderungen der Symptome im Laufe der Zeit festzustellen.<br>In \u00dcbereinstimmung mit der Vorgeschichte und einem Schleudertrauma k\u00f6nnen die notwendigen Untersuchungen, wie beschrieben, und schliesslich die notwendige Operation durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Bereich der mittleren Halswirbel (vom 2. Halswirbel bis einschliesslich 1. Brustwirbel) k\u00f6nnen nat\u00fcrlich auch nach Unf\u00e4llen zu Frakturen, aber auch &#8211; was sehr h\u00e4ufig vorkommt &#8211; zu \u00dcberdehnungen, St\u00f6rungen oder gar Verletzung der Bandscheiben und der dazugeh\u00f6rigen B\u00e4nder kommen. Die Patienten klagen \u00fcber st\u00e4ndige Schmerzen im Nacken-, Nacken-Schulter-Bereich, auch \u00fcber Nacken-Hinterkopf-Schmerzen, die unter Belastung&nbsp; erheblich an St\u00e4rke zunehmen. Sie k\u00f6nnen auch zeitweise mit Armschmerzen oder&nbsp; Kribbeln einhergehen. Liegt ein HWS-Schleudertrauma mit den genannten Symptomen vor, das durch konservative Behandlung nicht besser wird, ist ein Gespr\u00e4ch und&nbsp; ein <a href=\"file:\/\/\/C:\/Dokumente\/Business\/monti\/MONTI_ALT\/deutsch\/html\/terminanfrage.html\">Untersuchungstermin<\/a> doch ratsam, denn mit dem speziellen&nbsp; Untersuchungsverfahren, wobei die Halswirbel bei Bewegung untersucht werden, k\u00f6nnen solche Instabilit\u00e4ten (wie z.B. auch beim Kniegelenk) erkannt und die notwendige Stabilisierungsoperation schliesslich durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Schleudertrauma kann auch im Bereich der Lendenwirbels\u00e4ule \u00e4hnliche Sch\u00e4den verursachen, die dann auf die gleiche Art und Weise abgekl\u00e4rt und behandelt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der industrialisierten Welt, in der wir heute leben, passieren sehr viele Unf\u00e4lle, teils durch stark aufkommenden Verkehr, teilweise durch die mechanisierte Arbeitswelt. 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